Der neue Honda Jazz ist da!

Das Design des neuen Honda Jazz – in den USA und Japan wird weiterhin die Bezeichnung Honda Fit verwendet – lässt schon auf den ersten Blick keine Zweifel daran, dass optimale Raumökonomie und Funktionalität auch bei der neusten Generation grossgeschrieben wird. Wie der neue Jazz aussieht, wissen wir seit der Vorstellung an der letztjährigen Tokyo Motor Show. Die kurze Front mit dem weit nach vorne gezogenen Fahrgastraum ist klar auf das für den Jazz typischen Raumgefühl ausgerichtet. Hondas neuer Kleinwagen wirkt insgesamt kompakter und moderner, ohne dabei zu futuristisch sein zu wollen. Das freundliche Gesicht unterscheidet sich klar vom dynamisch dreinblickenden Vorgänger. Auch bei der robusteren Crosstar-Variante wirkt das Design stimmig.



Die fünfte Generation des Jazz wird in Europa ausschliesslich mit Hybridantrieb erhältlich sein. Die bereits aus dem CR-V bekannte e:HEV-Technologie hat dabei Hondas ursprüngliches Hybridprinzip IMA umgedreht, nicht der Elektromotor unterstützt den Benziner, sondern ein 1.5-Liter i-VTEC-Benzinmotor unterstützt zwei Elektromotoren. Dabei wird jeweils automatisch der effizienteste Betriebszustand angewählt. Teilweise wird der rein elektrische Fahrmodus vom Benzinmotor als Generator unterstützt, nur wenn der Verbrenner in einem besonders effizienten Bereich operiert oder viel Leistung benötigt wird (z.B. bei der Einfahrt auf die Autobahn), wird die Kraft des Motors über eine Freilaufkupplung direkt an die Räder abgegeben. Die Kraftübertragung erfolgt über ein elektronisch gesteuertes stufenloses Automatikgetriebe das bei Honda die Bezeichnung e-CVT trägt.



Neu wird mit dem Crosstar eine zusätzliche Variante des Jazz angeboten. Honda bezeichnet den Jazz Crosstar als SUV-artig, wir würden einfach sagen die Ausführung ist etwas robuster, denn der Crosstar wirkt wie der normale Jazz auch eher filigran und nicht wie ein SUV. Der Kühlergrill ist etwas ausgeprägter, die unlackierten Seitenschweller und Radhausabdeckungen sowie eine integrierte Dachrehling machen klar, dass dieser Jazz auf Kunden mit einem aktiven und sportlichen Lebensstil ausgerichtet ist. Dafür sprechen auch die grössere Bodenfreiheit und die wasserfesten Sitzpolster. Ansonsten entspricht der Crosstar punkto Technik und Ausstattung der klassischen Executive-Ausstattungslinie. Das beim Crosstar erhältliche schwarz lackierte Dach erinnert zwar etwas an Range Rover Evoque oder DS3 Crossback, sieht aber irgendwie frech aus. Schade, dass diese Option nicht für den normalen Jazz verfügbar ist.



Mit einer Systemleistung von 109PS und 253NM ist der kleine Kompakte nicht sehr sportlich unterwegs, aber das Mitgleiten im Stadtverkehr ist wohl ohnehin die eher bevorzugte Fortbewegungsart. Dafür wird die Fahrerin oder der Fahrer dann auch an der Zapfsäule belohnt; nur 4.5 Liter soll sich Hondas Stadtauto auf 100 Kilometer genehmigen (Crosstar 4.8l/100km). Da die WLTP-Messmethode Anwendung findet ist der Wert sicher interessant.



Im Innenraum gibt es auch bei der Neuauflage reichlich Platz. Die Sitze sind besser gepolstert und sollen so mehr Sitzkomfort bieten. In der zweiten Reihe sind die Magic Seats auch wieder an Bord, für einen besseren Komfort wurden jedoch die Scharniere des Klappmechanismus ausserhalb der Hüftpunkte der Insassen positioniert. Ebenfalls wurde viel Wert auf eine verbesserte Übersichtlichkeit gelegt, so sind zum Beispiel die A-Säulen weniger als halb so dick wie beim Vorgänger. Auch das Armaturenbrett wurde dahingehend ausgerichtet, dass eine gute Rundumsicht gewährleistet ist. Statt eines klassischen Tachos ist eine 7-Zoll-TFT-Instrumentenanzeige integriert, bei den Ausstattungslinien Elegance und Executive ist zudem serienmässig ein 9-Zoll-Touchscreen für das Infotainment mittig im Armaturenbrett verbaut. Neu im Jazz ist der Honda Personal Assistant, den man bereits aus dem Honda e kennt. Mit diesem Feature kann das Infotainment via Sprachsteuerung bedient werden. Der Assistenten kann dank KI auch nach dem nächstgelegenen Parkplatz, einer Pizzeria oder anderen POI suchen lassen. Allerdings werden wohl die meisten dank Smartphone-Schnittstelle mit Apple CarPlay und Android Auto ohnehin ihr eigenes Gerät nutzen.



Selbstverständlich ist auch Honda SENSING mit an Bord und zwar nicht nur als Light-Version, sondern mit vielen Features die bisher höheren Modellen vorbehalten waren. So ist im neuen Jazz der adaptive Tempomat oder der aktive Spurassistent, Verkehrszeichenerkennung und Fernlichtautomatik für die LED-Scheinwerfer verfügbar.



Auch punkto passive Sicherheit ist Hondas neuer Kleinwagen führend in seiner Klasse. Nicht weniger als 10 Airbags schützen die Insassen bei einem Unfall, zudem sind die Sitze mit Anti-Schleudertrauma-Kopfstützen ausgestattet.



Der Jazz steht bereits in den Showrooms. Die Preise sind leicht höher als beim Vorgänger, was aber aufgrund des geringeren Verbrauchs und der besseren Ausstattung vertretbar ist.



Fotos: Honda