1 Jahr Hondagang-Meet

Vor einem Jahr fand in Lyss im Kanton Bern das erste Hondagang-Treffen statt. Zum ersten Jahrestag haben die Jungs von Hondagang am vergangenen Sonntag über 50 Hondas aus der ganzen Schweiz in Oftringen versammelt.



Das Wetter meinte es gut mit dem Jubiläums-Meet. Auch wenn der Wetterbericht am Vortag für den Sonntag noch vereinzelte Regenschauer gemeldet hatte, zogen die Regenwolken glücklicherweise unverrichteter Dinge weiter und es blieb trocken. Bereits zu Beginn des Meet um 9:00 Uhr war der Platz vor dem YOU Coffee & Bar gut gefüllt. Am Anfang waren grösstenteils neuere Civic Type R FK2R und FK8 auf dem Parkplatz zu sehen. Auf der einen Seite ist die Honda-Szene froh darüber, dass die neuen Civic Type R wieder Leben in die Community bringen, auf der anderen Seite leidet damit aber auch die Vielfältigkeit. Glücklicherweise hat sich das Verhältnis von Newschool- und Oldschool-Hondas im Verlaufe des Vormittags etwas besser austariert.



Bereits früh hat ein grauer Honda Civic VTi EK4 aus der Westschweiz die alte Garde der Built-Hondas würdig vertreten – Built im Sinne von "Built Not Bought". Es ist schön auch im Jahr 2020 noch Honda-Enthusiasten zu sehen, die ihre alten Kisten umfangreich optimieren. Das lässt das Herz jedes Schraubers höherschlagen. Wo wir gerade beim Herzschlag sind: Man muss nicht explizit ein JDM-Fan sein um bei einem JDM-Integra eine höhere Pulsfrequenz zu verspüren. Als ob der weisse 98 Spec DC2R nicht schon Highlight genug gewesen wäre, fuhr gegen 10:00 Uhr auch noch ein gelber JDM-Integra auf den Platz. Bei genauerem Hinsehen stellte man zwar fest, dass es ein LHD-Teg war – also ein auf JDM-Front umgebauter europäischer Integra – das tat aber der Faszination keinen Abbruch. Einen wesentlichen Anteil daran hatten sicher auch die Mugen-Goodies, die an diesem in Phoenix Yellow lackierten Schmuckstück verbaut waren. Der Integra Type R rollt auf den legendären Mugen MF10-Felgen und für Abtrieb sorgt der Mugen Gen II-Flügel. Um die Strassenlage noch weiter zu optimieren ist ein TEIN-Fahrwerk verbaut, das neben der Verbesserung des Handlings auch optisch für die richtige Tiefe sorgt. Dass es sich um eine Schweizer Auslieferung handelt macht auch der Blick in das Interieur klar, die gelben Recaros wurden in Europa exklusiv im in der Schweiz erhältlichen Type R 2000-Sondermodell verbaut.



Es waren auch noch ein paar ältere Jahrgänge aufgefahren. Bei den Classic-Fans sorgte ein Honda Prelude BA4 oder auch ein CRX EE8 für Aufsehen. Der zweite CRX der aufgefahren war, war wiederum eher etwas für Freunde von Show-Cars. Der Umbau auf Prelude BB8/BB9-Rückleuchten und Accord Scheinwerfer vorne, sowie der Breitbau im Testarossa-Style machen das kompakte Coupé zu einem absoluten Unikat. Eine Generation neuer, aber auch sehr individuell aufgebaut, erfreute der perlmuttweisse CRX Targa ebenfalls die Show-Fraktion.



Es waren zwar wenige S2000 dabei, dafür überzeugte der rote Widebody-S2k umso mehr. Die Voltex-Front wurde mit ASM-Kotflügel kombiniert und hinten sorgen Voltex-Overfenders für die richtige Breite. Bei so einem Umbau darf natürlich auch der richtige GT-Wing nicht fehlen. Viel Auswahl hat man in der Schweiz zwar nicht, wenn man streetlegal bleiben will, aber der APR/J-Spec-Flügel passt perfekt zu dem Umbau. Beim ebenfalls anwesenden NSX muss man nichts umbauen, der Honda-Supercar fasziniert auch bonestock.



Wir wollen natürlich auch die zwei neuen Honda Civic Type R-Generationen nicht aussen vor lassen, denn wie eingangs erwähnt waren die FK2R und FK8 sehr zahlreich anwesend. Auch hier wurde mehr Geboten als die drei F: Felgen, Fahrwerk, Folie. Type R steht für Racing und die Basis ist schon dermassen stark auf Performance ausgelegt, dass umfangreichen Umbauten oder gar Swaps gar kein Thema sind. Bei den aktuellen Type R reicht es die bestehenden Komponenten zu optimieren. Ein kleiner Einschub an dieser Stelle, es gab auch einen FK8, bei dem man umgekehrt vorgegangen ist und das hervorragende Type R-Fahrwerk gegen ein Luftfahrwerk getauscht hat. Im Hinblick auf den Type R-Spirit ist das natürlich ein Verbrechen aber gerade deshalb auch wieder irgendwie cool. Eines ist sicher, ein FK8 mit Airride wird bestimmt eine Seltenheit bleiben.



Die anderen Type R waren im Gegensatz dazu auf ihren eigentlichen Einsatzzweck getrimmt: die Rennstrecke und kurvige Passstrassen. Die sichtbaren Anpassungen waren dann auch eher auf die Felgen und die Tieferlegung beschränkt, der Rest spielte sich unter dem Blech ab. Es fängt aber schon an etwas weiter zu gehen, wie der eine FK2R mit eingebautem Käfig zeigte. Bis sich die ersten komplett ausgeräumten Exemplare mit Rennschale zeigen, wird es wohl noch einen Moment dauern. Komplett Serienmässig war der einzige 2020er FK8 auf dem Platz, was auch kein Wunder ist, da die ersten Fahrzeuge erst in den letzten Tagen ausgeliefert wurden. Der Civic Type R in Boost Blue lässt ahnen, dass diese Farbe der Honda-Kultlack des eben angebrochenen Jahrzehnts werden könnte.



Die Gruppe zog am Mittag weiter zum Lunch und später ging es zum Kartfahren ins Race-Inn nach Roggwil. Honda – die Szene lebt.


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