von 20min.ch
Deutscher Intercity entgleist
Ein Intercity mit 120 Fahrgästen ist in der Nacht auf heute in Fulda aus den Schienen gesprungen. Der Lokführer und drei Fahrgäste wurden leicht verletzt.
Der Unfall passierte aus noch ungeklärter Ursache gegen 23.10 Uhr, als der in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) gestartete IC 2450 gerade den Fuldaer Bahnhof verlassen hatte. «Es gab einen heftigen Schlag», berichtete der Zugbegleiter des IC der Bundespolizei.
An einer Weiche sprangen der Steuerwagen und ein Reisezugwagen aus den Gleisen und fuhren auf den Schwellen weiter. An der nächsten Weiche kamen die Wagen komplett aus der Spur und nach etwa 200 Metern zum Stehen. Ein Hauptsignal an der Strecke wurde umgerissen.
Die Verletzten wurden von einem Notarzt ambulant versorgt. Zusammen mit den anderen Reisenden konnten sie später weiterreisen. Eine Ersatzlok und ein neuer Reisewagen wurden bereitgestellt, so dass der Zug den Zielbahnhof Würzburg noch erreichen konnte. Die Strecke war bis 03.00 Uhr gesperrt. Die Bergungsarbeiten dauerten noch länger. Insgesamt ergab sich für 50 Züge eine durchschnittliche Verspätung von 51 Minuten. Auch die ICE-Strecke in Richtung Frankfurt war von den Behinderungen berührt.
Über die Ursache der Entgleisung und Schadenshöhe lägen noch keine Erkenntnisse vor, erklärte die Bundespolizeiinspektion in Kassel, die Ermittlungen aufgenommen hat. Bei einem Steuerwagen handelt es sich nach den Worten eines Sprechers der Bahn nicht um eine Lokomotive oder Triebwagen. Von dem Führerstand aus wird eine angehängte Lokomotive dirigiert, um aus einem Kopfbahnhof herauszufahren.