Da ich zu allen Gattungen gehöre (Töff, Rennvelo, Tourenbike, Del Sol und Wanderer) kann ich nur sagen, bei allen Gruppen gibt es Idioten - die ignoriert man am besten.
Wenn ich mit dem Rennrad z.B. im Mittelland auf einer kleinen Nebenstrasse unterwegs bin und ein geleaster BMW meint mit 0.5m Abstand an mir mit >120km/h vorbeizubrettern, dann habe ich wenig Verständnis dafür. Oder wenn einer seine Auspuffanlage im Quartier (oder vor dem Bahnhofsareal) abends „testen“ muss. Gleiches Unverständnis habe ich aber auch für Radfahrer, die sich zu zweit nebeneinander einen Pass hochquälen mit 5km/h und das Überholen erschweren. Am meisten Mühe habe ich mit der Praxis (und dem Gesetzt) in der Schweiz, dass sich bei Stau das Motorrad einreihen muss, und nicht langsam (!) vorfahren darf. Einige Autofahrer machen sogar extra „zu“, aus reiner Missgunst. In DE lernen alle Fahrschüler schon, eine saubere Gasse zu bilden, weil Motorräder gerne überhitzen bzw. es im Kombi im Stand sehr warm werden kann. Hier habe ich auch die einzig wirklich negative Erfahrung gemacht, in der ich nicht „lächeln und arschl* denken“ angewandt habe.
Im Sommer 2015 fuhr ich nach Zürich rein mit dem Töff aus Stuttgart kommend. Es staute sich der Feierabendverkehr vom Milchbuck bis zum Schöneich zurück. Mein Moped begann heiss zu laufen. Ich wechselte nach einem Radfahrer vorsichtig auf den Velostreifen und fuhr ihm nach vorne zur Ampel nach. Der Radfahrer drehte sich an der Ampel um und rief aus wie ein Wilder: dass sei sein Streifen, ich dürfe das nicht, bla bla... ich klappte den Helm auf, sagte ihm er solle doch mal fühlen wie sich der Motor zwischen meinen Beinen anfühlt, und dann seine Wortwahl bitte überdenken, zumal ich keinen Radfahrer behinderte oder gefährdete. Da seine rasierten Waden die abstrahlende Hitze jedoch bereits aus der Ferne spürten konnten, verstummte er. Ich verabschiedete mich mit den Worten: „Verständnis und Empathie wären einen Tugend“.