wänn was passiert, ischs was anders. wänn en velofahrer tumm gnueg isch bi rot drüber z'radle und sich debi de grind aschlat isch er sälber en michi und söl au dracho.
Also wenn Du mit dem Auto auf der Kreuzung einen Velofahrer totfährst, weil der bei Rot reingefahren ist, dann macht Dir das nichts aus? War ja sein Fehler, also abhaken und vergessen? Eher wirst Du Dich Dein Leben lang fragen, ob Du nicht doch hättest ausweichen können. Sowas nagt wahrscheinlich ziemlich...
Dann ist da noch die Sache mit der Haftung: Als Lenker eines Motorfahrzeugs machst Du etwas gefährliches und haftest mal prinzipiell für Schäden (sog. abstrakte Gefährdungshaftung). Bei einem Unfall mit einem anderen Motorfahrzeug spielt das nicht so eine Rolle, da geht es hauptsächlich nach Verschulden. Bei einem Unfall mit einem Velofahrer bist Du als Motorfahrzeuglenker erst einmal per Definition schuld. Wieviele Prozent des Schadens allenfalls doch der Velofahrer übernehmen muss, weil er grob gegen die Verkehrsregeln verstossen hat, rechnen Dir dann die Experten vor...
Übrigens ist da noch die Frage, ob Du dann überhaupt Zeugen hast, die gesehen haben, dass der Velofahrer bei Rot gefahren ist. Eher findet sich jemand, der zwar den Unfall gar nicht gesehen hat, es aber angesichts deines sportlichen/getunten Wagens für seine Bürgerpflicht hält, der Polizei zu sagen, dass Du viel zu schnell warst.
Noch was: wenn sich der Velolenker - wie viele! - zu schade war, die 6 CHF für die Vingnette auszugeben, ist er nicht mal versichert. Wenn Du durch eine Vollbremsung den Unfall vermeiden kannst, dafür aber drei andere in Dich reinknallen, dann viel Spass bei der Schadensregulierung. Der Velofahrer macht dann rasch Privatkonkurs...
Jetzt kommt wieder die Zeit, wo's früh dunkel wird. Nach meiner Beobachtung ist kaum ein Drittel der Velos in der Dunkelheit ausreichend beleuchtet. Ausserorts bei Regen und Gegenverkehr, der Dir in die Scheibe zündet, hast Du keine Chance, ein unbeleuchtetes Velo zu sehen. Plötzlich knallt es dann. Das ist meine Horrorvorstellung als Autofahrer.
Als Autofahrer begrüsse ich es sehr, wenn sich die Polizei vermehrt dem unmöglichen Verhalten von Velofahrern widmet (auch wenn dort finanziell weniger zu holen ist als bei den Automobilisten
). Und wenn ich unter der Woche als Velofahrer meinen Arbeitsweg zurücklege, habe ich kein Problem damit, weil ich mich eben korrekt verhalte. 
Und: Für die "Gesetze die mich stören gehören abgeschafft - Gesetze für die anderen gehören verschärft"-Mentalität habe ich kein Verständnis. Schliesslich fallen Gesetze hier nicht vom Himmel. Wir rühmen uns unserer direkten Demokratie und wissen alle, wie das Gesetzgebungsverfahren läuft und wie wir (noch-nicht-Schweizer mal ausgenommen
) es beeinflussen können. Wenn man denkt man habe keine Chance gegen ein Gesetz, dann meist, weil sicher die Mehrheit damit einverstanden ist. Auch wenn's einem selber nicht passt. Das ist Demokratie. Und dass geltende Gesetze unter dieser Vorgabe auch alle durchgesetzt werden, ist wichtig. Das ist Rechtsstaat.