Japanertreffen Schwyz 2014

Zahlreiche Fans und Freunde japanischer Fahrzeuge sind dem Ruf der Organisatoren gefolgt. Das Ausstellungsgelände war schon vor dem Mittag praktisch bis auf den letzten Platz besetzt. Ob Klassiker, Sportwagen oder GFK-Bomber, für alle war etwas dabei. Besonders die Honda-Szene hat sich an diesem Treffen von der besten Seite gezeigt. Von Civic bis NSX: Anzahl und Qualität der Hondas war auf hohem Niveau. Selbstverständlich waren auch diverse Show-Hondas zu sehen, aber diese sind mittlerweile eher in der Unterzahl.



Wenn wir von Klassiker sprechen, dann darf natürlich der Honda CRX nicht fehlen. Auch wenn der EE8 Kultstatus geniesst, ist natürlich der Ur-CRX der wahre Klassiker. Ein Exemplar in perfektem Zustand war auch in Schwyz zu sehen. Auch aus den 1980er-Jahren stammte der Civic der zweiten Generation. Als ob diese Autos nicht schon selten genug wären, trug der rote Hatchback sogar «Hot S»-Badges. Der «Hot S» ist noch einmal rarer als es die alten Civics generell schon sind. Kurz vor dem Modellwechsel hat Honda 1983 eine Sportvariante der zweiten Civic-Generation auf den Markt gebracht. Der «Civic S» – oder in der Schweiz eben «Hot S» – kam mit Front- und Heckspoiler, standfesteren Bremsen und verstärktem Fahrwerk. Der 1.3 Liter Motor leistete im «S» dank Doppelvergaser 70PS (normales Modell 60PS).



Wenn wir bei seltenen Exemplaren sind, dann müssen wir natürlich auch die Import-Hondas ansprechen. Bei den japanischen Fahrzeugen – also echten RHD-Hondas – sind sicher die beiden JDM Integra Type R zu nennen. Der DC2 setzte mit den Neon-Felgen ein klares Statement. Der Nachfolger DC5R hingegen überzeugte gerade dadurch, dass das Fahrzeug weitgehend serienmässig belassen wurde. Nicht, dass man die JDM-Integras häufig sehen würde, aber ein JDM Civic SiR EG6 trifft man kaum. In Kontinentaleuropa wird es wohl einer der einzigen JDM-EG6 sein.



Etwas weniger beachtet, aber aus unserer Sicht nicht weniger interessant, sind die US-Modelle. In Schwyz fiel ein V6-Accord Coupé auf. Der Accord als Zweitürer ist in Europa zwar kein Unbekannter, die 6. Generation wurde Ende der 90er auch hierzulande verkauft. Die 8. Generation mit dem 3.5 Liter Sechszylinder war jedoch den USA vorbehalten. Bis auf ein paar wenige Direktimporte ist das Fahrzeug in der alten Welt kaum zu finden. Ausser man besucht eben das Japanertreffen in Schwyz. Ein weiterer US-Japaner war der Honda Element. Das kubische Allradfahrzeug lässt sich keinem gängigen Fahrzeugschema zuordnen. Es ist kein SUV, es ist kein Van und es ist kein Transporter, sondern von allem etwas. Die gegenläufig öffnenden Türen und die fehlende B-Säule bieten Platz für allen möglichen Freizeitkram vom Mountainbike bis zum Kajak.



Wie immer bot auch der Stand von R-Performance einige Leckerbissen. Dieses Jahr war der NSX das Hauptthema, gleich zwei Exemplare waren zu bestaunen. Der R-Performance NSX war nicht nur wegen der typisch orangen Farbe auffällig, auch das handgefertigte Widebody-Kit hatte daran seinen Anteil. Der auf OZ Racing Challenge HLT stehende NA1 wurde neben der Verbreiterung zudem auf die 2002er-Front mit den festen Scheinwerfern umgebaut. Der zweite NSX am Stand war eher Wolf im Schafspelz, denn bis auf die Volk Racing TE37-Felgen sah das Exemplar relativ unauffällig da – soweit das bei einem NSX möglich ist. Interessant waren die Details. Es handelte sich um eines der in Europa äusserst seltenen NA2-Modelle mit dem 3.2 Liter Motor (C32B) und Sechsgang-Getriebe. Neben den beiden Honda-Supersportwagen wirkte der dezente S2000 mit den Volk Racing RE30 schon fast ein bisschen verloren.



Wie eingangs erwähnt waren dieses Jahr sehr viele Hondas am Japanertreffen Schwyz. Es würde deshalb den Rahmen sprengen auf jedes Auto im Detail einzugehen. Gerade die S2000 waren überraschend zahlreich. Neben dem genannten bei R-Performance gab es breite Auswahl der Honda-Roadster zu sehen. Aufgefallen sind auch zwei dezente EG-Civics, welche sehr gut die neuen Trends in der Szene abgebildet haben. Wem die Farbe Rot auf einem EG-Hatchback nicht leuchtend genug war, konnte sich von mintgrünen Civic anleuchten lassen. Es ist schon zu sehen, dass man auch in der Schweiz «The Fast and the Furious» langsam hinter sich gelassen hat und USDM-Style umgesetzt wird.



Immer an solchen Treffen kommt auch den eingefleischten Honda-Fans wieder in den Sinn, dass es ja einmal einen Accord Type R gegeben hat. Leider wurde der CH1 von vielen irgendwie vergessen oder möglicherweise aus dem Gedächtnis gestrichen. Letzteres wohl auch weil das Modell in der Schweiz sehr anfällig für GFK war. Der Accord Type R ist auch im Jahr 2014 weiterhin mit Extrembodykits ausgestellt, da bildete die violette R-Limousine mit den Räder mit goldenem Felgenstern eine willkommene Abwechslung.



Del Sol, Civic Type R, Accord, Jazz, CR-Z – kaum ein Modell, das nicht in der einen oder anderen Form im Mythen Center zu sehen war. Die Wurst am Stand von R-Performance – stilecht im CRX-Grill grilliert – war ein bisschen ein Symbol für die familiäre Stimmung innerhalb der Honda-Szene. Man konnte alte Freunde treffen, neue Bekanntschaften machen und sich bei prachtvollem Wetter über Hondas austauschen, Pläne für kommende Modifikationen schmieden und selbstverständlich auch über Gott und die Welt diskutieren. Das war Honda am Japanertreffen Schwyz!


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