Zitat
In den meisten Fällen (und dabei meine ich jezt Menschen zwischen 20 und ca 45 Jahren mit einem normalen durchschnittlichen Einkommen) stehen mir die Haare zu Berge wenn ich die BVG Leistungen anschaue der einzelnen Personen.
Wie gesagt, das hängt vom Einzelfall ab und wie man es rechnet. Oft wird der Fehler gemacht, dass das Nettoeinkommen für die Berechnung der Lücke verwendet wird. Um eine bedürfnisgerechte Abdeckung zu berechnen, müssen aber die Lebenshaltungskosten für die Berechnung als Richtwert herangezogen werden (Nettoeinkommen abzüglich Sparquote) und dann sieht die Lücke in der Regel anders aus. Dazu kommt, dass gerade in der von dir erwähnten Altergruppe die Wahrscheinlichkeit eine IV-Rente zu beziehen nur bei ca. 3% liegt.
Zitat
Die meisten kosten welche du ansprichst fallen nur am Anfang an (Abschluss etc) Beim der Wahl des richtigen Produktes werden diese jedoch bei einer normalen Laufzeit mit Zins und Uberschussbeteiliung bei weitem wieder eingeholt.
Das ist eine Sache der Auslegung. Der Versicherungsverkäufer argumentiert so, klar. Man kann es aber auch so sehen, dass die Kosten einen Teil des Gewinnes eliminieren. Bei der Banklösung erhält man den kompletten Zins und auch bei unterjähriger Zahlung müssen keine Ratenaufschläge bezahlt werden, diese Kosten hat man nur bei Versicherungen.
Sicher hat die Versicherungslösung für die Absicherung Vorteile, allerdings ist man im Berech Sparen auf einer Bank besser bedient, in meinen Augen gilt nach wie vor: Versichern bei der Versicherung, Sparen bei der Bank. Bei der Absicherung ist es einfach wichtig, dass sie bedürfnisgerecht ist, in den meisten Fällen reicht da wie gesagt ca. 100 bis 150 Franken aus, den Rest sollte man auf der Bank machen.
Bei der ganzen Diskussion und den Empfehlungen die Interessierte erhalten muss man auch immer ein bisschen schauen wer zu was rät und welche Motivation dahinter steckt.
Ein Versicherungsverkäufer hat einen bescheidenen Fixlohn, mit welchem er allerdings nicht existieren kann. Der Hauptteil seines Einkommens besteht aus Provisionen, die er für abgeschlossene Geschäfte erhält, je höher das Geschäft ist, desto höher ist auch die Provision (die kann pro Geschäft mehrere 1000 Franken betragen). Sicher wird ein seriöser Vertreter nicht überborden und mehr oder weniger vertretbare Lösungen wählen, aber er wird ganz klar eine reine Versicherungslösung vorschlagen – das ist in seinem Interesse und auch in dem des Unternehmens für welches er arbeitet, dieses richtet auch die komplette Ausbildung so aus, dass das Schwergewicht der Argumente eine Versicherungslösung als optimal bezeichnet.
Der Banker hat einen attraktiven Grundlohn mit welchem er alleine schon seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Zusätzlich erhält er in den meisten Fällen einen leistungsabhängigen Bonus statt eines 13. Monatslohns welcher an die für ihn definierten Ziele geknüpft ist. Diese umfassen sicher auch Umsatzziele, welche über mehrere Bereiche verteilt sind, daneben muss er aber auch andere Ziele die seine Kompetenzen betreffen erfüllen, es zählt also nicht alleine der Umsatz. Dazu kommt, dass 3. Säule Konten nicht eindeutig als Ziel definiert sind. Banken arbeiten meist mit Versicherungen zusammen und schreiben z.B. bei gewissen Hypotheken sogar eine Todes- und/oder Erwerbsunfähigkeitsabeckung vor.
Und dann gibt es noch die "unabhängigen" Anbieter, die suggerieren, dass sie ausschliesslich an der optimalen Lösung für den Kunden orientiert sind. Unabhängigkeit bedeutet in dem Fall lediglich, dass sie im Bereich der Produkte mehrere Anbieter offerieren können. Hinsichtlich des Konzepts werden auch da hauptsächlich Versicherungslösungen gemacht. Die Verkäufer solcher Firmen verfügen weder über einen Fixlohn, noch über eine Spesenvergütung. Ihr Einkommen besteht ausschliesslich aus Provisionen der abgeschlossenen Geschäfte. Bei den Verkaufsgesprächen wird meist auch eine Banklösung angesprochen, diese wird aber in den seltensten Fällen eingesetzt, da die Provision bei der Versicherungslösung gut 10 Mal höher ist als die der Bank. Auch da werden die meisten Verkaufsagenten sicher nicht übertreiben, aber auch hier ist sich im Endeffekt jeder selbst am nächsten und die Firma richtet auch die gesamte Ausbildung so aus, dass die Argumente für die Versicherungslösung schwerer wiegen.