Neue Bilder vom amerikanischen Honda HR-V

Überraschend kündigte Honda im Januar einen neuen HR-V für Nordamerika an. Wie bitte? Den HR-V gibt es in Asien schon etwas länger und in Europa auch seit kurzem. Warum kommt das Kompakt-SUV in den USA so viel später auf den Markt und weshalb wird es so stark umgestylt?


HR-V ist nicht gleich HR-V


Auf den ersten Skizzen konnte man die Parallelen zu «unserem» Modell zumindest erahnen. Front und Heck schienen stark überarbeitet, aber ansonsten sah das Crossover aus wie ein HR-V. Nun legt Honda nach und veröffentlicht realitätsnahe Grafiken des neuen US-HR-V.



Die Front könnte das Ergebnis einer ausserehelichen Liaison von Ford Puma und Lamborghini Ursus sein. Hinten erkennt man einen alten Audi Q7 und wenn man sich Mühe gibt eine Spur des neuen Civic Hatchbacks. So weit so gut (oder eben nicht gut). Bei genauerer Betrachtung fällt auf, das die Silhouette des SUV so gar nicht nach HR-V aussehen will. Die Haube scheint länger und das Heck weniger stark abfallend. Die Coupé-Form, die Honda auch bei den SUVs gerne hervorhebt, ist kaum sichtbar. Der nordamerikanische HR-V sieht eher aus wie ein höhergelegter Kombi im Stil eines Subaru Legacy Outback. Ein typisches Honda-SUV ist das auf jeden Fall nicht.



Des Rätsels Lösung findet der geneigte Leser bei den weiteren Ausführungen von Honda. Die zweite HR-V-Generation (aus amerikanischer Sicht) basiert auf der elften Generation des Honda Civics. Zur Erinnerung, der HR-V in Europa und der Vezel in Asien baut auf der Jazz-bzw. Fit-Plattform auf. Betrachtet man den HR-V mit der Civic-Brille, dann ist alles klar. Das ist tatsächlich so etwas wie ein höhergelegter Civic-Kombi.


Auf zu neuen Ufern


Oder auf zu neuen Käufergruppen. Nach Aussage von Honda will man mit dem HR-V ein neues Kundenegment ansprechen, besonders jüngere Käuferinnen und Käufer. Das macht durchaus Sinn, besonders in den USA sind wieder grössere Fahrzeuge gefragt. Da ist es nachvollziehbar, dass der HR-V von der Subcompact-Klasse näher an die Compact-Klasse heranrückt, besonders da der neue Honda CR-V ebenfalls grösser wird als sein Vorgänger. Funfact an dieser Stelle: Die erste CR-V-Generation baute damals auf der Civic-Plattform auf. Auch wenn dieser HR-V kaum mehr als den Namen nichts mit dem europäischen Modell gemein hat, ist er eine ideale Ergänzung der nordamerikanischen Modell-Palette.



Im Westen nichts Neues?


Viel mehr gibt Honda noch nicht bekannt. Wobei die Tatsache, dass der vorgestellte HR-V auf der Civic-Plattform aufbaut definitiv Breaking News sind. Wie der HR-V innen aussehen wird und welche Motoren zur Auswahl stehen werden, bleibt vorerst offen. Man muss allerdings kein Hellseher sein wenn man vermutet, dass das neue Kompakt-SUV auch die Motorenpalette mit dem Civic teilen wird. Wenn wir den Gedanken weiterspinnen, dürfen wir gespannt sein, wie der 1.5er-Turbo in Kombination mit einem Allradantrieb funktioniert.



Das Design ist sicher Geschmacksache, aber weniger attraktiv als anfangs erwartet. So gesehen wird man wohl – anders, als in unserem Artikel vom Januar vermutet – weniger neidisch über den Atlantik blicken und sagen: So schlimm sieht unser HR-V doch gar nicht aus. Natürlich nur um dann anzufügen: Hätte er doch den gleichen Motor und Allrad wie der in Nordamerika.


Fotos: Honda